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FORUM FÜR JÜDISCHE KUNST UND KULTUR

The Klezmer Project

Jeden Sonntag im Mai, 12 Uhr
Ein frustrierter Auftragsfilmer verliebt sich in eine Klezmer-Klarinettistin und begibt sich mit ihr auf die Suche nach einer beinahe verschwundenen jüdischen Musiktradition. Im Länderdreieck Ukraine- Rumänien-Moldawien, auf welchem sich das einstige «Jiddischland» erstreckte, finden die beiden jüdischen Argentinier bei lokalen Bands Spuren der einst blühenden Klezmer-Kultur. Auf diese Weise dokumentieren Leandro Koch und Paloma Schachman, die sich im Film selber spielen und gleichzeitig Regie führen, die letzten Bandmitglieder der legendären Técsői Band und andere wunderbare Roma Musiker, die das Erbe des Klezmers pflegen. Unterstützt werden sie dabei von Originalen wie Bob Cohen, der für seine Studien aus den USA nach Ungarn gezogen ist. Auch er weiss, dass die letzten Spuren des reichen kulturellen Erbes der Juden Osteuropas am Verschwinden sind: Nachdem der nationalsozialistische Völkermord das Jiddische beinahe ausgelöscht hatte, wurde es zusätzlich in Israel zum Schweigen gebracht, hatte man sich doch für das Hebräische als Nationalsprache entschieden. Es ist also nicht nur die Nostalgie für eine musikalische, sondern auch für eine Alltags-Sprache, die den Film durchzieht. Eine wunderbar poetische, auf Jiddisch erzählte Parallelgeschichte verdeutlicht dies: «Jiddischland» war ein Ort, an dem gelitten, geliebt, geflunkert und musiziert wurde und dem eine melancholische Heiterkeit eigen war, die es in der harten Realität des «Hebräierland» so nicht mehr gibt.

Von Jiddischland nach Esparantopia

Donnerstag, 23. Mai 2024, 19 Uhr
Mit der Begründung des Esperantos fand der 1859 im russischen Zarenreich geborene Augenarzt Ludwik Lejzer Zamenhof auf den virulenten Antisemitismus des späten 19. Jahrhunderts eine andere Antwort als der Zionismus: Nicht eine Wiedergeburt in einem eigenen Land schwebte ihm vor, sondern eine neue Sprache und eine reformierte universelle Religionspraxis, die er Hillelismus nannte. «Von Jiddischland nach Esperantopia» könnte man seinen Weg nennen, auf den die Kulturwissenschaftlerin und Esperanto-Expertin Liliana Ruth Feierstein in einem Vortrag eingehen wird. Eine umgekehrte Bewegung findet bei «The Klezmer Project», einem jüdischen Roadmovie statt: Der letztes Jahr an der Berlinale in der Sektion Encounters gezeigte Film steht jeden Sonntag im Mai im Kino Xenix auf dem Programm. Ein Omanut-Doppel voller «Poesie der kleinen Gesten» (L. R. Feierstein) und jüdischem Erfindergeist.

Die BEIJZ ist geöffnet! Dieses Mal mit einem Open Mic sowie den Autoren Dan Shambicco und Michael Fehr

Mittwoch, 22. Mai 2024, ab 10 Uhr
Wir sind jeweils an den letzten zwei Mittwochen des Monats von 10 Uhr bis 19 oder 22 Uhr geöffnet, je nachdem, ob nach der Apéro-Zeit noch ein kultureller Anlass folgt. Es empfiehlt sich, unsere Website vorab zu konsultieren: www.omanut.ch/beijz. Wir probieren laufend neue Dinge aus, doch wollen wir immer neben einem kleinen Frühstücksangebot ein einfaches Mittagsmenu anbieten: Am 22. Mai wird der mit uns befreundete Galerist Stephan Witschi Risotto kochen.

OMANUT vergibt seit 1995 einen För­der­­preis, wel­cher alle zwei Jahre aus­­ge­schrie­­ben wird.

Omanut befasst sich mit allen Kul­tur­­spar­ten: Bil­dende Kunst, Film, Thea­ter, Li­te­­ra­tur und Musik.

Omanut konzipiert und ver­an­­stal­tet re­gel­­mässig Kon­zer­te, Le­sungen, Aus­stel­­lungen, Film­vor­­füh­rungen und kleine Fes­ti­vals. 

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