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FORUM FÜR JÜDISCHE KUNST UND KULTUR

Hans Keilson – ein Jahrhundertleben

Mittwoch, 3. Juli 2024, 20 Uhr
Der Arzt und Autor Hans Keilson bezeichnete die Verwandtschaft zwischen Psychoanalyse und Literatur, die sein Leben auf weite Strecken bestimmte, als «Zwillingspferde». Beide hätten zum Ziel, «menschliche Gefühle aufzudecken». Ganz ähnlich formulierte es Marcel Reich-Ranicki, der Medizin und Literatur als «Geschwister» bezeichnete, die beide «gegen die Vergänglichkeit rebellieren». Hans Keilson, der 2011 mit 101 Jahren verstarb, ist dem Tod tatsächlich sehr lange von der Schippe gesprungen. Dennoch war dieser in seinem Leben allgegenwärtig: Mit dem Aufstieg Hitlers war Keilsons Leben und das seiner Familie bedroht. Auch wenn ihm und seinen Eltern die Emigration in die Niederlande gelang, überlebte nur er die Besetzung des Landes durch die Nationalsozialisten. Bis an sein Lebensende warf er sich vor, dass er nicht auch für seine betagten Eltern eine Unterschlupfadresse besorgen konnte. Nach dem Krieg verblieb er zwar in den Niederlanden, wo er als Psychoanalytiker wirkte und u.a. ein Standardwerk zur sequentiellen Traumatisierung bei Kindern schrieb, doch zog ihn die deutsche Kultur weiterhin an.

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