Dass Theaterstücke mit eingebetteten Fluchterfahrungen eine starke Wirkung entfalten können, hat die israelische Regisseurin Noa Orly Rabinyan in ihrem 2022 für Omanut geschriebenen Stück «Multi Verse» gezeigt, bei dem ein geflüchteter eritreischen Performer aufgetreten ist. Nachdem Rabinyan diesen Januar erneut bei Omanut zu Gast war, um über ihr aktuelles Schaffen zu sprechen, ist sie am 11. März 2026 Teil einer Podiumsdiskussion, welche das Schauspielhaus Zürich anlässlich einer Würdigung von Ferdinand und Marianne Rieser veranstaltet. Den beiden ist es zu verdanken, dass ihr ab 1926 privat geführtes Pfauentheater für vom Nationalsozialismus verfolgte Künstler*innen zur Heimat im Exil wurde. Der Schauspieler Matthias Neukirch vergegenwärtigt anhand von historischen Briefen, Texten und Dokumenten das weitsichtige, couragierte Wirken der Direktion Rieser und Barbara Higgs moderiert ein Panel zur Frage, wie Theater heute als Schutzraum zu funktionieren vermag.
Omanut hat 2023 unter dem Titel «Die Wiederentdeckung eines schillernden Intellektuellen» den jüdischen Religionssoziologen Jacob Taubes (1923-1987), Sohn des ICZ-Rabbiners Zwi Taubes, vorgestellt. Nun legt dessen 1953 geborener Sohn Ethan Taubes seine Erinnerungen an den Vater vor, bei dem er nach dem Suizid seiner Mutter Susan einige Zeit in Berlin lebte. Danach kehrte er nach New York zurück, wo er an der Yale School of Drama studierte und einige Jahre am Theater arbeitete. Nach einem Jurastudium war er als Asylberater in der Einwanderungsbehörde sowie als Dozent für Asylrecht tätig. Im Gespräch mit seiner Cousine Madeleine Dreyfus berichtet er von der schwierigen Beziehung zu seinem Vater und über dessen Vermächtnis.
Die Friedensaktivistin und Stand-up-Comedian Noam Shuster wuchs im Friedensdorf «Neve Shalom» auf. Sie spricht Hebräisch und Arabisch und gehört einer vormals hoffnungsvollen Generation an. Nach ihrer Tätigkeit für die UNO wechselt Noam zur Satire und inszeniert die One-Woman-Show «Coexistence, My Ass!». Die libanesisch-kanadische Regisseurin Amber Fares begleitet die charismatische und auch bei einem palästinensischen Publikum beliebte Noam mehrere Jahre lang. Selbst nach dem 7. Oktober 2024 ist Shusters politische Botschaft eindeutig: Ohne Gleichberechtigung kann es keinen Frieden geben.
Ungehorsam ist das Gebot der Stunde. In diesem Sinne trifft das KunstmuseumSt.Gallen mit «Jacqueline de Jong. Disobedience», der ersten Retrospektive der Künstlerin in der Schweiz, einen Nerv der Zeit. Die von Melanie Bühler kenntnisreich eingerichtete Ausstellung zeigt eine Künstlerin, die als Autodidaktin genauso beharrlich wie intuitiv ein eindrückliches und vielseitiges Werk erschaffen hat.
Kurz nach ihrer Geburt 1939 im niederländischen Hengelo musste die jüdische Familie de Jong untertauchen. Nur dank der Hilfe der französischen Résistance gelang Mutter und Tochter die Flucht in die Schweiz. Die Erfahrungen während des Zweiten Weltkrieges scheinen Jacqueline de Jongs Liebe zu Frankreich geweckt sowie ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Gewalt und Krieg geprägt zuhaben. Eigentlich wollte sie Schauspielerin werden, doch kam sie über ihre Arbeit für den einflussreichen Direktor des Amsterdamer Stedelijk Museums, Willem Sandberg,in Kontakt mit wichtigen Figuren der Avantgarde-Bewegungen der 60er Jahre. Mit dem CoBrA-Mitglied Asger Jorn lebte sie in einer fruchtbaren Künstlerbeziehung und wandte sich neben der Malerei auch dem Mittel der Collage zu. Als Mitglied der Situationistischen Internationalen brachte sie von 1962 bis 1967 die mehrsprachige Zeitschrift «Situationist Times» heraus und experimentierte dabei mit ungewöhnlicherTypographie und Buchgestaltung.
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Dass Theaterstücke mit eingebetteten Fluchterfahrungen eine starke Wirkung entfalten können, hat die israelische Regisseurin Noa Orly Rabinyan in ihrem 2022 für Omanut geschriebenen Stück «Multi Verse» gezeigt, bei dem ein geflüchteter eritreischen Performer aufgetreten ist. Nachdem Rabinyan diesen Januar erneut bei Omanut zu Gast war, um über ihr aktuelles Schaffen zu sprechen, ist sie am 11. März 2026 Teil einer Podiumsdiskussion, welche das Schauspielhaus Zürich anlässlich einer Würdigung von Ferdinand und Marianne Rieser veranstaltet. Den beiden ist es zu verdanken, dass ihr ab 1926 privat geführtes Pfauentheater für vom Nationalsozialismus verfolgte Künstler*innen zur Heimat im Exil wurde. Der Schauspieler Matthias Neukirch vergegenwärtigt anhand von historischen Briefen, Texten und Dokumenten das weitsichtige, couragierte Wirken der Direktion Rieser und Barbara Higgs moderiert ein Panel zur Frage, wie Theater heute als Schutzraum zu funktionieren vermag.
Omanut hat 2023 unter dem Titel «Die Wiederentdeckung eines schillernden Intellektuellen» den jüdischen Religionssoziologen Jacob Taubes (1923-1987), Sohn des ICZ-Rabbiners Zwi Taubes, vorgestellt. Nun legt dessen 1953 geborener Sohn Ethan Taubes seine Erinnerungen an den Vater vor, bei dem er nach dem Suizid seiner Mutter Susan einige Zeit in Berlin lebte. Danach kehrte er nach New York zurück, wo er an der Yale School of Drama studierte und einige Jahre am Theater arbeitete. Nach einem Jurastudium war er als Asylberater in der Einwanderungsbehörde sowie als Dozent für Asylrecht tätig. Im Gespräch mit seiner Cousine Madeleine Dreyfus berichtet er von der schwierigen Beziehung zu seinem Vater und über dessen Vermächtnis.
Die Friedensaktivistin und Stand-up-Comedian Noam Shuster wuchs im Friedensdorf «Neve Shalom» auf. Sie spricht Hebräisch und Arabisch und gehört einer vormals hoffnungsvollen Generation an. Nach ihrer Tätigkeit für die UNO wechselt Noam zur Satire und inszeniert die One-Woman-Show «Coexistence, My Ass!». Die libanesisch-kanadische Regisseurin Amber Fares begleitet die charismatische und auch bei einem palästinensischen Publikum beliebte Noam mehrere Jahre lang. Selbst nach dem 7. Oktober 2024 ist Shusters politische Botschaft eindeutig: Ohne Gleichberechtigung kann es keinen Frieden geben.
Ungehorsam ist das Gebot der Stunde. In diesem Sinne trifft das KunstmuseumSt.Gallen mit «Jacqueline de Jong. Disobedience», der ersten Retrospektive der Künstlerin in der Schweiz, einen Nerv der Zeit. Die von Melanie Bühler kenntnisreich eingerichtete Ausstellung zeigt eine Künstlerin, die als Autodidaktin genauso beharrlich wie intuitiv ein eindrückliches und vielseitiges Werk erschaffen hat.
Kurz nach ihrer Geburt 1939 im niederländischen Hengelo musste die jüdische Familie de Jong untertauchen. Nur dank der Hilfe der französischen Résistance gelang Mutter und Tochter die Flucht in die Schweiz. Die Erfahrungen während des Zweiten Weltkrieges scheinen Jacqueline de Jongs Liebe zu Frankreich geweckt sowie ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Gewalt und Krieg geprägt zuhaben. Eigentlich wollte sie Schauspielerin werden, doch kam sie über ihre Arbeit für den einflussreichen Direktor des Amsterdamer Stedelijk Museums, Willem Sandberg,in Kontakt mit wichtigen Figuren der Avantgarde-Bewegungen der 60er Jahre. Mit dem CoBrA-Mitglied Asger Jorn lebte sie in einer fruchtbaren Künstlerbeziehung und wandte sich neben der Malerei auch dem Mittel der Collage zu. Als Mitglied der Situationistischen Internationalen brachte sie von 1962 bis 1967 die mehrsprachige Zeitschrift «Situationist Times» heraus und experimentierte dabei mit ungewöhnlicherTypographie und Buchgestaltung.
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