Im Sommer 1941 verkaufte Martha Nathan ein Gemälde von Ferdinand Hodler. Sie tat es nicht aus freien Stücken. Die Frankfurter Bankierstochter hatte bei der Flucht aus Deutschland 1937/38 rund 95 Prozent ihres Vermögens verloren – Reichsfluchtsteuer, erzwungene Schenkungen, Ausbeutung durch staatliche und private Akteure. In der Schweiz, wohin sie geflohen war, war ihr jede Erwerbstätigkeit verboten; ihr Aufenthaltsrecht hing alle sechs Monate am Nachweis ausreichender Barmittel. Der Verkauf des Hodler rettete ihr das Leben – er verhinderte die Abschiebung ins besetzte Frankreich und damit die Deportation.


Im Sommer 1941 verkaufte Martha Nathan ein Gemälde von Ferdinand Hodler. Sie tat es nicht aus freien Stücken. Die Frankfurter Bankierstochter hatte bei der Flucht aus Deutschland 1937/38 rund 95 Prozent ihres Vermögens verloren – Reichsfluchtsteuer, erzwungene Schenkungen, Ausbeutung durch staatliche und private Akteure. In der Schweiz, wohin sie geflohen war, war ihr jede Erwerbstätigkeit verboten; ihr Aufenthaltsrecht hing alle sechs Monate am Nachweis ausreichender Barmittel. Der Verkauf des Hodler rettete ihr das Leben – er verhinderte die Abschiebung ins besetzte Frankreich und damit die Deportation.