Der Islam übte auf viele jüdische Wissenschaftler des 19. und 20. Jahrhunderts eine grosse Faszination aus. In ihrem bemerkenswerten Buch «Jüdischer Islam»
(Matthes & Seitz, 2018) fragt die Religionswissenschaftlerin Susanna Heschel, inwiefern es einen spezifisch deutsch-jüdischen Orientalismus gibt, und schildert Gelehrtenbiografien, die schillernder nicht sein könnten. So reiste etwa der 1850 in Ungarn geborene Ignaz Goldziher nach seiner Promotion in Leipzig mehrere Monate durch den Nahen Osten und besuchte Beirut, Damaskus, Palästina und Kairo. In sein Tagebuch schrieb er, dass es sein Ideal sei, «das Judenthum zu ähnlich rationaler Stufe [wie den Islam] zu erheben».
Das Jüdische Museum in Hohenems beschäftigt sich in einer Sonderausstellung mit jüdischen Orientreisenden, die «auf der Suche nach dem Eigenen im Fremden» waren, wie es im Untertitel der von Dinah Ehrenfreund und Felicitas Heimann-Jelinek kuratierten Schau heisst. Erneut gelingt es dem Museum, verfestigte Meinungen aufzubrechen, auch weil der scheidende Direktor Hanno Loewy ein Meister des kritischen Denkens ist. In unzähligen Ausstellungen und Texten hat er bewiesen, dass das Verständnis von jüdischer Kultur und Tradition einem ständigen Wandel unterworfen ist. Seine Neugierde und seine Gabe, erstaunliche Zusammenhängen herzustellen, machen seine Ausführungen zu einem geistigen Genuss.
Abfahrt um 10.15 Uhr beim Bus Parkplatz hinter dem Hauptbahnhof(Ausstellungsstrasse 5, Sihlquai). Nach einem Vortrag von Hanno Loewy wird die Kuratorin Dinah Ehrenfreund durch die Ausstellung führen. Im Anschluss folgt ein Mittagessen im Speiselokal Bardeli. Die Ankunft in Zürich ist auf 18 Uhr geplant.
Eine Zusammenarbeit von Omanut mit dem Jüdischen Museum Hohenems
Der Islam übte auf viele jüdische Wissenschaftler des 19. und 20. Jahrhunderts eine grosse Faszination aus. In ihrem bemerkenswerten Buch «Jüdischer Islam»
(Matthes & Seitz, 2018) fragt die Religionswissenschaftlerin Susanna Heschel, inwiefern es einen spezifisch deutsch-jüdischen Orientalismus gibt, und schildert Gelehrtenbiografien, die schillernder nicht sein könnten. So reiste etwa der 1850 in Ungarn geborene Ignaz Goldziher nach seiner Promotion in Leipzig mehrere Monate durch den Nahen Osten und besuchte Beirut, Damaskus, Palästina und Kairo. In sein Tagebuch schrieb er, dass es sein Ideal sei, «das Judenthum zu ähnlich rationaler Stufe [wie den Islam] zu erheben».
Das Jüdische Museum in Hohenems beschäftigt sich in einer Sonderausstellung mit jüdischen Orientreisenden, die «auf der Suche nach dem Eigenen im Fremden» waren, wie es im Untertitel der von Dinah Ehrenfreund und Felicitas Heimann-Jelinek kuratierten Schau heisst. Erneut gelingt es dem Museum, verfestigte Meinungen aufzubrechen, auch weil der scheidende Direktor Hanno Loewy ein Meister des kritischen Denkens ist. In unzähligen Ausstellungen und Texten hat er bewiesen, dass das Verständnis von jüdischer Kultur und Tradition einem ständigen Wandel unterworfen ist. Seine Neugierde und seine Gabe, erstaunliche Zusammenhängen herzustellen, machen seine Ausführungen zu einem geistigen Genuss.
Abfahrt um 10.15 Uhr beim Bus Parkplatz hinter dem Hauptbahnhof(Ausstellungsstrasse 5, Sihlquai). Nach einem Vortrag von Hanno Loewy wird die Kuratorin Dinah Ehrenfreund durch die Ausstellung führen. Im Anschluss folgt ein Mittagessen im Speiselokal Bardeli. Die Ankunft in Zürich ist auf 18 Uhr geplant.
Eine Zusammenarbeit von Omanut mit dem Jüdischen Museum Hohenems