Lucia Moholy (1894–1989) gehört zu den wichtigsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Architekturaufnahmen und Porträts aus den Jahren am Dessauer Bauhaus wurden zu Ikonen der Fotografiegeschichte und prägen bis heute die Wahrnehmung dieser Institution. Die Ausstellung Lucia Moholy – Exposures (bis 13. Juli 2025) zeigt erstmals die grosse Bandbreite ihres Schaffens von den 1910er bis zu den 1970er-Jahren: Präsentiert wird das fotografische Werk zusammen mit zahlreichen Dokumenten, die neben Moholys Rolle in der Avantgarde der Zwischenkriegszeit auch ihre Jugend in Prag, ihre redaktionelle Tätigkeit in Deutschland, die Arbeit als Porträtistin in London sowie ihre Beschäftigung mit der frühen Mikrofilmtechnik in England und der Türkei beleuchten. Nicht zuletzt lädt die Ausstellung dazu ein, Lucia Moholy im Kontext von Zürich zu begegnen, wo sie die letzten dreissig Jahre ihres Lebens verbrachte.
Der Kurator der Ausstellung, Jan Tichy aus Prag, führt durch die Ausstellung. Im Dialog mit der Künstlerin hat er eigene Kunstwerke geschaffen. Seine Installation «No. 30 (Lucia), 2016» setzt sich mit einem prägenden Lebensabschnitt Moholys auseinander. Im Jahr 1933 musste sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft vor dem Nationalsozialismus aus Berlin fliehen und liess dabei hunderte von Glasplatten-negativen zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg tauchten viele ihrer Fotos unerwartet wieder auf – in Büchern, Ausstellungen und sogar im Katalog der Bauhaus-Ausstellung im Museum of Modern Art in New York. Die Reproduktionen jener verloren geglaubten Negative wurden ohne Copyright abgedruckt. Walter Gropius, ehemaliger Mitbegründer des Bauhauses, der in die USA emigrierte, leugnete lange, im Besitz der Glasplattennegative zu sein, und verweigerte ihre Rückgabe. Erst nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen erhielt Moholy in den 1950er-Jahren einen Teil der Negative zurück. 280 davon sind bis heute verschollen.
Lucia Moholy (1894–1989) gehört zu den wichtigsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Architekturaufnahmen und Porträts aus den Jahren am Dessauer Bauhaus wurden zu Ikonen der Fotografiegeschichte und prägen bis heute die Wahrnehmung dieser Institution. Die Ausstellung Lucia Moholy – Exposures (bis 13. Juli 2025) zeigt erstmals die grosse Bandbreite ihres Schaffens von den 1910er bis zu den 1970er-Jahren: Präsentiert wird das fotografische Werk zusammen mit zahlreichen Dokumenten, die neben Moholys Rolle in der Avantgarde der Zwischenkriegszeit auch ihre Jugend in Prag, ihre redaktionelle Tätigkeit in Deutschland, die Arbeit als Porträtistin in London sowie ihre Beschäftigung mit der frühen Mikrofilmtechnik in England und der Türkei beleuchten. Nicht zuletzt lädt die Ausstellung dazu ein, Lucia Moholy im Kontext von Zürich zu begegnen, wo sie die letzten dreissig Jahre ihres Lebens verbrachte.
Der Kurator der Ausstellung, Jan Tichy aus Prag, führt durch die Ausstellung. Im Dialog mit der Künstlerin hat er eigene Kunstwerke geschaffen. Seine Installation «No. 30 (Lucia), 2016» setzt sich mit einem prägenden Lebensabschnitt Moholys auseinander. Im Jahr 1933 musste sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft vor dem Nationalsozialismus aus Berlin fliehen und liess dabei hunderte von Glasplatten-negativen zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg tauchten viele ihrer Fotos unerwartet wieder auf – in Büchern, Ausstellungen und sogar im Katalog der Bauhaus-Ausstellung im Museum of Modern Art in New York. Die Reproduktionen jener verloren geglaubten Negative wurden ohne Copyright abgedruckt. Walter Gropius, ehemaliger Mitbegründer des Bauhauses, der in die USA emigrierte, leugnete lange, im Besitz der Glasplattennegative zu sein, und verweigerte ihre Rückgabe. Erst nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen erhielt Moholy in den 1950er-Jahren einen Teil der Negative zurück. 280 davon sind bis heute verschollen.