Sonntag, 1. März 2026 ab 11:00 Uhr
In unserem Jubiläumsjahr suchen wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern und Gästen nach Perspektiven für eine jüdische Kultur als Leuchtturm für diese raue Zeit. Dabei darf auch ein Blick zurück nicht fehlen: Am «Tag des Jüdischen Buches» wollen wir zwei einstmals hoffnungsvolle Gesellschaftsentwürfe neu beleuchten: Die Vereinigung «Brit Schalom» mit ihren Ideen für ein jüdisch-arabisches Zusammenleben und der Kibbuz als Labor für Gleichberechtigung. Umrahmt wird das Ganze von der ersten Ausgabe des Omanut-Lesezirkels und jiddischen Arbeiterliedern.
Programm Sonntag, 1. März 2026
11:00 Uhr:
Omanut-Lesezirkel zu Susannah Heschels «Jüdischer Islam» (Matthes & Seitz, 2018)
Das schmale Büchlein der Religionswissenschaftlerin Susannah Heschel, die Omanut 2024 besucht hat, ist eine anregende Lektüre für alle, die sich für die Geschichte der jüdischen Gelehrsamkeit interessieren. Heschel zeigt nicht nur, welche herausragende Kenner des Arabischen und des Islams deutschsprachige Wissenschaftler wie Abraham Geiger, Gustav Weil, Ignaz Goldzieher und Josef Horowitz waren, sondern auch, wie diese in ihrer Auseinandersetzung mit ihrem Fachgebiet das eigene Verhältnis zur jüdischen Tradition und Emanzipation verhandelten.
Idealerweise sollten alle Teilnehmenden das Buch gelesen haben, um gemeinsam mit Karen Roth über die Bedeutung dieses jüdisch-muslimischen Ideentransfers - über heute unüberbrückbar scheinende Kulturräume hinweg - zu diskutieren.
14:00 Uhr:
Ein kulturhistorischer Blick von Thomas Sparr auf «Brit Schalom» und seine Protagonisten
War der vor der Staatsgründung aktive, pazifistische Verbund «Brit Schalom», dem bedeutende Intellektuelle wie Gershom Scholem, Martin Buber, Hugo Bergmann und Henriette Szold angehörten, eine zionistische Marginalie und hat er auch heute jede Wirkungsmacht verloren? Ein besonderes Augenmerk legt der Autor Thomas Sparr bei seinen Betrachtungen auf den Juristen Chaim Cohn, der bei der Konzeptualisierung eines binationalen Staates für Juden und Araber gleichermassen eine wichtige Rolle spielte. Formell aufgelöst wurde der «Brit Schalom» nie und auch heute vertritt z. B. der Philosoph Omri Boehm mit seiner föderalistischen «Republik Haifa», in der jüdische Israelis und Palästinenser gleichberechtig zusammenleben, ähnliche Ideen.
16:00 Uhr:
Die israelische Autorin Yael Neeman stellt im Gespräch mit Oded Fluss und Shifra Kuperman ihren Roman «Wir waren die Zukunft» vor
Nachdem vergangener November die Übersetzerin Lucia Engelbrecht «Wir waren die Zukunft» (Altneuland Press, 2025) bei Omanut vorgestellt hat, wird nun die Autorin persönlich über ihr Aufwachsen im Kibbuz und die Niederschrift dieses Klassikers der modernen hebräischen Literatur sprechen. Ohne Nostalgie, aber mit bestechender Klarheit zeigt das Buch, wie nahe Utopie und Ideologie, Hoffnung und Grauen zusammenliegen. Im Gespräch wird es auch um Fragen zum heutigen Israel gehen: Wie sehr hat die Kibbuz-Bewegung das Land geprägt und gibt es trotz des verhängnisvollen Schlags des 7. Oktobers Ansätze einer Erneuerung?
19:00 Uhr:
Lieder und Melodien aus «Jiddischland» mit dem Trio Bait Jaffe
David und Sascha Schönhaus haben ein Konzertprogramm im Andenken an ihren Vater Cioma Schönhaus zusammengestellt, der als Jugendlicher im Hashomer Hatzair mitwirkte. Gegründet wurde diese sozialistisch-zionistische Jugendorganisation im untergegangenen «Jiddischland» Galizien, das heute wie ein utopischer, übernationaler Raum anmutet.
Line-up: David Schönhaus (Kontrabass), Sascha Schönhaus (Saxofon /Klarinette / Stimme), Andreas Wäldele (Violine /Mandoline)
Sonntag, 1. März 2026 ab 11:00 Uhr
In unserem Jubiläumsjahr suchen wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern und Gästen nach Perspektiven für eine jüdische Kultur als Leuchtturm für diese raue Zeit. Dabei darf auch ein Blick zurück nicht fehlen: Am «Tag des Jüdischen Buches» wollen wir zwei einstmals hoffnungsvolle Gesellschaftsentwürfe neu beleuchten: Die Vereinigung «Brit Schalom» mit ihren Ideen für ein jüdisch-arabisches Zusammenleben und der Kibbuz als Labor für Gleichberechtigung. Umrahmt wird das Ganze von der ersten Ausgabe des Omanut-Lesezirkels und jiddischen Arbeiterliedern.
Programm Sonntag, 1. März 2026
11:00 Uhr:
Omanut-Lesezirkel zu Susannah Heschels «Jüdischer Islam» (Matthes & Seitz, 2018)
Das schmale Büchlein der Religionswissenschaftlerin Susannah Heschel, die Omanut 2024 besucht hat, ist eine anregende Lektüre für alle, die sich für die Geschichte der jüdischen Gelehrsamkeit interessieren. Heschel zeigt nicht nur, welche herausragende Kenner des Arabischen und des Islams deutschsprachige Wissenschaftler wie Abraham Geiger, Gustav Weil, Ignaz Goldzieher und Josef Horowitz waren, sondern auch, wie diese in ihrer Auseinandersetzung mit ihrem Fachgebiet das eigene Verhältnis zur jüdischen Tradition und Emanzipation verhandelten.
Idealerweise sollten alle Teilnehmenden das Buch gelesen haben, um gemeinsam mit Karen Roth über die Bedeutung dieses jüdisch-muslimischen Ideentransfers - über heute unüberbrückbar scheinende Kulturräume hinweg - zu diskutieren.
14:00 Uhr:
Ein kulturhistorischer Blick von Thomas Sparr auf «Brit Schalom» und seine Protagonisten
War der vor der Staatsgründung aktive, pazifistische Verbund «Brit Schalom», dem bedeutende Intellektuelle wie Gershom Scholem, Martin Buber, Hugo Bergmann und Henriette Szold angehörten, eine zionistische Marginalie und hat er auch heute jede Wirkungsmacht verloren? Ein besonderes Augenmerk legt der Autor Thomas Sparr bei seinen Betrachtungen auf den Juristen Chaim Cohn, der bei der Konzeptualisierung eines binationalen Staates für Juden und Araber gleichermassen eine wichtige Rolle spielte. Formell aufgelöst wurde der «Brit Schalom» nie und auch heute vertritt z. B. der Philosoph Omri Boehm mit seiner föderalistischen «Republik Haifa», in der jüdische Israelis und Palästinenser gleichberechtig zusammenleben, ähnliche Ideen.
16:00 Uhr:
Die israelische Autorin Yael Neeman stellt im Gespräch mit Oded Fluss und Shifra Kuperman ihren Roman «Wir waren die Zukunft» vor
Nachdem vergangener November die Übersetzerin Lucia Engelbrecht «Wir waren die Zukunft» (Altneuland Press, 2025) bei Omanut vorgestellt hat, wird nun die Autorin persönlich über ihr Aufwachsen im Kibbuz und die Niederschrift dieses Klassikers der modernen hebräischen Literatur sprechen. Ohne Nostalgie, aber mit bestechender Klarheit zeigt das Buch, wie nahe Utopie und Ideologie, Hoffnung und Grauen zusammenliegen. Im Gespräch wird es auch um Fragen zum heutigen Israel gehen: Wie sehr hat die Kibbuz-Bewegung das Land geprägt und gibt es trotz des verhängnisvollen Schlags des 7. Oktobers Ansätze einer Erneuerung?
19:00 Uhr:
Lieder und Melodien aus «Jiddischland» mit dem Trio Bait Jaffe
David und Sascha Schönhaus haben ein Konzertprogramm im Andenken an ihren Vater Cioma Schönhaus zusammengestellt, der als Jugendlicher im Hashomer Hatzair mitwirkte. Gegründet wurde diese sozialistisch-zionistische Jugendorganisation im untergegangenen «Jiddischland» Galizien, das heute wie ein utopischer, übernationaler Raum anmutet.
Line-up: David Schönhaus (Kontrabass), Sascha Schönhaus (Saxofon /Klarinette / Stimme), Andreas Wäldele (Violine /Mandoline)