Die orthodoxe Jüdin Recha Sternbuch und ihre Familie nahmen ab 1938 Dutzende Flüchtlinge in St.Gallen auf. Mit ihrem Mut und ihrer Tatkraft bewahrte sie unzählige Menschen vor der Ermordung durch die Nationalsozialisten und half Hunderten, sich in die Schweiz zu retten. Sie gründete 1941 in Montreux den Hilfsverein für jüdische Flüchtlinge im Ausland, mit dem sie sich für Flüchtlinge in Shanghai einsetzte. Sie war involviert in den Freikauf von KZ-Insassen, insbesondere von 1200 Inhaftierten aus Theresienstadt. Kein Wunder nannte sie der päpstliche Nuntius in Bern eine «Heilige». Dennoch glaubte sie nach Kriegsende, zu wenig getan zu haben.
Nach dem Vortrag von Jörg Krummenacher zu Recha Sternbuch und einem gemeinsamen Imbiss berichtet Hanno Loewy unter dem Titel «nach illegal - Grenze und Flucht als historische Erfahrung und Stachel der Gegenwart» von individuellen Schicksalen und dem, was sie miteinander und mit unserer Gegenwart verbindet.
Tausende von Menschen versuchten, sich zwischen 1933 und 1945 in die Schweiz zu retten – und mussten einen zermürbenden Kampf mit den Schweizer Behörden führen. Im Zentrum ihres Lebens stand die Angst vor Abschiebung und die Sorge um ihre zurückgebliebenen Verwandten. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern in der Schweiz arbeitet das Jüdische Museum Hohenems derzeit daran, im Kanton St. Gallen an der Grenze im Rheintal ein Vermittlungszentrum zur Geschichte von Flucht und Asyl in der Schweiz zu entwickeln, als Teil des Schweizer Memorial für die Opfer des NS.
Jörg Krummenacher, Jahrgang 1960, Journalist und Autor des Buchs «Flüchtiges Glück – Die Flüchtlinge im Grenzkanton St.Gallen zur Zeit des Nationalsozialismus» (Limmat Verlag). Von 2004 bis 2019 Inlandredaktor und Ostschweizer Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung. Heute als freier Autor und als Partner in einer Kommunikationsagentur tätig.
Dr. Hanno Loewy, geboren 1961 in Frankfurt am Main, Literatur- und Filmwissenschaftler. Von 1995 bis 2000 Gründungsdirektor des Fritz Bauer Instituts für Holocauststudien in Frankfurt, seit 2004 Direktor des Jüdischen Museums Hohenems. Zahlreiche Ausstellungen und Veröffentlichungen zur Jüdischen Geschichte und Kultur, zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, zum Antisemitismus, zur Theoriegeschichte des Films und zur Geschichte Israels und Palästinas.
Die orthodoxe Jüdin Recha Sternbuch und ihre Familie nahmen ab 1938 Dutzende Flüchtlinge in St.Gallen auf. Mit ihrem Mut und ihrer Tatkraft bewahrte sie unzählige Menschen vor der Ermordung durch die Nationalsozialisten und half Hunderten, sich in die Schweiz zu retten. Sie gründete 1941 in Montreux den Hilfsverein für jüdische Flüchtlinge im Ausland, mit dem sie sich für Flüchtlinge in Shanghai einsetzte. Sie war involviert in den Freikauf von KZ-Insassen, insbesondere von 1200 Inhaftierten aus Theresienstadt. Kein Wunder nannte sie der päpstliche Nuntius in Bern eine «Heilige». Dennoch glaubte sie nach Kriegsende, zu wenig getan zu haben.
Nach dem Vortrag von Jörg Krummenacher zu Recha Sternbuch und einem gemeinsamen Imbiss berichtet Hanno Loewy unter dem Titel «nach illegal - Grenze und Flucht als historische Erfahrung und Stachel der Gegenwart» von individuellen Schicksalen und dem, was sie miteinander und mit unserer Gegenwart verbindet.
Tausende von Menschen versuchten, sich zwischen 1933 und 1945 in die Schweiz zu retten – und mussten einen zermürbenden Kampf mit den Schweizer Behörden führen. Im Zentrum ihres Lebens stand die Angst vor Abschiebung und die Sorge um ihre zurückgebliebenen Verwandten. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern in der Schweiz arbeitet das Jüdische Museum Hohenems derzeit daran, im Kanton St. Gallen an der Grenze im Rheintal ein Vermittlungszentrum zur Geschichte von Flucht und Asyl in der Schweiz zu entwickeln, als Teil des Schweizer Memorial für die Opfer des NS.
Jörg Krummenacher, Jahrgang 1960, Journalist und Autor des Buchs «Flüchtiges Glück – Die Flüchtlinge im Grenzkanton St.Gallen zur Zeit des Nationalsozialismus» (Limmat Verlag). Von 2004 bis 2019 Inlandredaktor und Ostschweizer Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung. Heute als freier Autor und als Partner in einer Kommunikationsagentur tätig.
Dr. Hanno Loewy, geboren 1961 in Frankfurt am Main, Literatur- und Filmwissenschaftler. Von 1995 bis 2000 Gründungsdirektor des Fritz Bauer Instituts für Holocauststudien in Frankfurt, seit 2004 Direktor des Jüdischen Museums Hohenems. Zahlreiche Ausstellungen und Veröffentlichungen zur Jüdischen Geschichte und Kultur, zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, zum Antisemitismus, zur Theoriegeschichte des Films und zur Geschichte Israels und Palästinas.