Die Gründungszusammenkunft von Omanut im Dezember 1940 hält folgendes fest: «Die Vorteile einer solchen Gründung liegen sowohl für den Verein in Zürich, als auch für denjenigen in Zagreb vor, indem dem zürcher Verein die Erfahrungen, Verbindungen, Bibliothek und Verlag der zagreber Vereinigung zur Verfügung stehen und andererseits dem zagreber Verein durch den zürcher neue Möglichkeiten und eine Stärkung geschaffen wird.» Dass nur fünf Monate später das Königreich Jugoslawien zerschlagen und die faschistische Ustascha im Unabhängigen Staat Kroatien herrschen würde, konnte sich der Spiritus Rector des Zagreber wie des Zürcher Omanut, Marko Rothmüller, sicher nicht vorstellen. Doch Vorahnungen müssen ihn heimgesucht haben: Er hatte nicht nur die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 als junger Bariton in Hamburg erlebt, sondern kannte auch die zunehmend judenfeindliche Stimmung im damaligen Zagreb. Während sein Bruder Erich 1934 nach Palästina emigrierte, nahm er 1935 ein Engagement ans Zürcher Stadttheater an. Mit Gleichgesinnten wie Alexander Schaichet und Toni Aktuaryus initiierte er bereits ein Jahr später eine Initiativgruppe, deren Bemühungen zur Gründung eines Vereins nach Zagreber Vorbild führte. Ohne den Zagreber Omanut mit seinen faszinierenden Protagonisten und seinen eindrücklichen kulturellen Aktivitäten ist der heutige Zürcher Verein nicht zu verstehen. Deshalb begeben wir uns 85 Jahre nach dessen Gründung mit der Historikerin Marija Vulesica auf die Spuren einer untergegangenen Welt, die von der sich tapfer haltenden jüdischen Gemeinde in Zagreb in Ehren gehalten wird.
Die Gründungszusammenkunft von Omanut im Dezember 1940 hält folgendes fest: «Die Vorteile einer solchen Gründung liegen sowohl für den Verein in Zürich, als auch für denjenigen in Zagreb vor, indem dem zürcher Verein die Erfahrungen, Verbindungen, Bibliothek und Verlag der zagreber Vereinigung zur Verfügung stehen und andererseits dem zagreber Verein durch den zürcher neue Möglichkeiten und eine Stärkung geschaffen wird.» Dass nur fünf Monate später das Königreich Jugoslawien zerschlagen und die faschistische Ustascha im Unabhängigen Staat Kroatien herrschen würde, konnte sich der Spiritus Rector des Zagreber wie des Zürcher Omanut, Marko Rothmüller, sicher nicht vorstellen. Doch Vorahnungen müssen ihn heimgesucht haben: Er hatte nicht nur die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 als junger Bariton in Hamburg erlebt, sondern kannte auch die zunehmend judenfeindliche Stimmung im damaligen Zagreb. Während sein Bruder Erich 1934 nach Palästina emigrierte, nahm er 1935 ein Engagement ans Zürcher Stadttheater an. Mit Gleichgesinnten wie Alexander Schaichet und Toni Aktuaryus initiierte er bereits ein Jahr später eine Initiativgruppe, deren Bemühungen zur Gründung eines Vereins nach Zagreber Vorbild führte. Ohne den Zagreber Omanut mit seinen faszinierenden Protagonisten und seinen eindrücklichen kulturellen Aktivitäten ist der heutige Zürcher Verein nicht zu verstehen. Deshalb begeben wir uns 85 Jahre nach dessen Gründung mit der Historikerin Marija Vulesica auf die Spuren einer untergegangenen Welt, die von der sich tapfer haltenden jüdischen Gemeinde in Zagreb in Ehren gehalten wird.