Im Stück Die Ewige Valeska Gert von Tiko El Outa scheint die israelische Tänzerin Roni Milatin mit Valeska Gert zu verschmelzen. Auch sie ist die «Canaille», der Kurt Tucholsky 1921 in der Weltbühne eine begeisterte Kritik gewidmet hat: »In den Lichtbogen schlurft eine Schlampe in Schwarz, der rote Halsbesatz deckt den Kopf ab – einen verluderten, unfrisierten Kopf. Wer ist das? Was ist das für ein Gesicht? Die Vorstadtdirne von Toulouse-Lautrec ist eine Gräfin dagegen – gegen diese Nutte. Gleichgültig schieben sich die Schulterblätter hoch – gleichgültig schiebt sich das gemietete Stück Fleisch aus der Auslage durch die Strasse. Und wird von einem Kerl ergriffen – […] und produziert das Frechste, was wohl je auf einer Bühne gemacht worden ist. Die Beine öffnen und schliessen sich. Und Gleichgültigkeit, Krampf – dennoch Krampf! – und Geldgier schütteln den ausgeschaukelten Körper: eine Lues und die Heilsarmee kämpfen mit gleicher Inbrunst um diese arme Seele. Wer sich je bei den berüchtigten Berliner Nackttänzen nach dem Laster gesehnt hat: hier ist es. Und noch nie habe ich so verstanden, wie Lust und Qual auf demselben Loch gepfiffen werden. Und dann haucht sie die letzte Lust aus, spuckt aus, ohne es zu tun – und versinkt. Diese Canaille ist eine wahrhaft geniale Leistung.» Die Ewige Valeska Gert ist eine zeitgenössische Performance, die sich mit der radikalen Ausdruckskunst von Valeska Gert auseinandersetzt und diese in einen heutigen performativen Kontext überführt. Die Arbeit versteht sich nicht als biografische Nacherzählung, sondern als körperliche und atmosphärische Annäherung an ein künstlerisches Prinzip: den widerständigen und unklassifizierbaren Körper.
Im Stück Die Ewige Valeska Gert von Tiko El Outa scheint die israelische Tänzerin Roni Milatin mit Valeska Gert zu verschmelzen. Auch sie ist die «Canaille», der Kurt Tucholsky 1921 in der Weltbühne eine begeisterte Kritik gewidmet hat: »In den Lichtbogen schlurft eine Schlampe in Schwarz, der rote Halsbesatz deckt den Kopf ab – einen verluderten, unfrisierten Kopf. Wer ist das? Was ist das für ein Gesicht? Die Vorstadtdirne von Toulouse-Lautrec ist eine Gräfin dagegen – gegen diese Nutte. Gleichgültig schieben sich die Schulterblätter hoch – gleichgültig schiebt sich das gemietete Stück Fleisch aus der Auslage durch die Strasse. Und wird von einem Kerl ergriffen – […] und produziert das Frechste, was wohl je auf einer Bühne gemacht worden ist. Die Beine öffnen und schliessen sich. Und Gleichgültigkeit, Krampf – dennoch Krampf! – und Geldgier schütteln den ausgeschaukelten Körper: eine Lues und die Heilsarmee kämpfen mit gleicher Inbrunst um diese arme Seele. Wer sich je bei den berüchtigten Berliner Nackttänzen nach dem Laster gesehnt hat: hier ist es. Und noch nie habe ich so verstanden, wie Lust und Qual auf demselben Loch gepfiffen werden. Und dann haucht sie die letzte Lust aus, spuckt aus, ohne es zu tun – und versinkt. Diese Canaille ist eine wahrhaft geniale Leistung.» Die Ewige Valeska Gert ist eine zeitgenössische Performance, die sich mit der radikalen Ausdruckskunst von Valeska Gert auseinandersetzt und diese in einen heutigen performativen Kontext überführt. Die Arbeit versteht sich nicht als biografische Nacherzählung, sondern als körperliche und atmosphärische Annäherung an ein künstlerisches Prinzip: den widerständigen und unklassifizierbaren Körper.