Hotel Budapest am Zürichberg

Szondi-Institut
Krähbühlstrasse 30, 8044 Zürich
(an der Tramhaltestelle Zürichbergstrasse)

Das Zürcher Szondi-Institut, eine herrschaftliche Villa mit Garten, bildet den Schauplatz für ein sommerliches Fest der ungarischen Kultur und Kulinarik.Thomas Sparr hat in seinem 2021 erschienenen Werk «Hotel Budapest, Berlin …» den Psychiater Leopold Szondi und dessen Sohn, den Literaturwissenschaftler Peter Szondi, porträtiert. Auch andere aus Ungarn emigrierte Kunstschaffende wie der Komponist György Ligeti oder der Autor Imre Kertész werden in dem Buch vorgestellt. Thomas Sparr wird denn auch im Gespräch mit dem Journalisten Yves Kugelmann den Tag eröffnen. Nachdem die Musikologin Heidy Zimmermann den Komponisten György Ligeti, dessen Nachlass sie im Paul Sacher Archiv betreut, eingeführt hat, wird ein Trio Werke von ihm und anderen ungarischen Komponisten spielen. Zum Abschluss wird die ungarische Schriftstellerin Zsófia Ban mit der Kulturwissenschaftlerin und Autorin Ilma Rakusa auf Englisch in Dialog treten. Die Schauspielerin Nurit Hirschfeld, die ebenfalls ungarische Wurzeln hat, wird Auszüge aus Bans Erzählungen und ihrem Essay über Imre Kertész in deutscher Übersetzung vorlesen. Während des Mittagessens und des Zvieris, das der Caterer Ron Niedermayr auf das Thema abgestimmt hat, besteht für kleine Gruppen jeweils die Möglichkeit, vom Bibliothekar Oded Fluss durch das Arbeitszimmer und die Bibliothek von Leopold Szondi geführt zu werden. Und der Psychotherapeut Daniel Teichman berichtet von der Freundschaft seiner Mutter mit Leopold Szondi und seiner Begegnung mit dem «Meister», der 1944 dank dem «Kasztner-Transport» in die Schweiz gekommen ist und dessen Wirkungsort am Zürichberg für einen Tag zum «Hotel Budapest» wird.

Programm
11.00 – 12.30 Uhr:
Lesung Thomas Sparr; Moderation: Yves Kugelmann

12.30 – 13.00 Uhr:
Daniel Teichman zu Leopold Szondi und zur Rettung seiner Eltern durch Carl Lutz, der von 1942 – 1945 Schweizer Konsul in Budapest war

13.00 – 14.00 Uhr: Mittagessen

14.00 – 15.30 Uhr:
Konzert mit Werken von u.a. Ligeti, Kurtág, Tamás, Rozsa ; Ronny Spiegel Violine, Lucia Kobza Violine/Viola, Mátyás Major Cello; Einführung: Heidy Zimmermann

15.30 – 16.30 Uhr: Zvieri

16.30 – 18.00 Uhr:
Lesung Zsófia Ban; Moderation: Ilma Rakusa & Lesung: Nurit Hirschfeld

Eintritt
Tagesticket: 70/60.- (für Omanutmitglieder) Morgenticket (inkl. Mittagessen): 50/40.- Nachmittagsticket (inkl. Zvieri): 50/40.- Einzelveranstaltung (ohne Essen): 25/20.-
Anmeldung: 044 915 28 63 oder omanut@omanut.ch

Zsofia Ban ist 1957 als Tochter von Holocaustüberlebenden in Rio de Janeiro geboren und in jungen Jahren in die ungarische Heimat der Eltern zurückgekehrt. Aber nicht nur die Shoa und das Leben hinter dem Eisernen Vorhang spielen im Werk der Autorin eine zentrale Rolle, sondern auch die Sprache und ihre Möglichkeiten, das Unvorhersehbare zu denken. Als Letztes sind auf Deutsch er- schienen: Der Sommer unseres Missvergnügens (Essays, Matthes & Seitz, 2019) und Weiter atmen (Erzählungen, Suhrkamp Verlag, 2020). 2021 wurde sie mit dem «Spycher: Literaturpreis Leuk» aus- gezeichnet.

Ilma Rakusa, geboren 1946 als Tochter einer Ungarin und eines Slo- wenen, studierte Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg. Sie lebt als Schriftstellerin, Übersetzerin, Publizistin (»NZZ», «Die Zeit») und Universitätslehrbeauftragte in Zürich. Sie setzt sich für die Vermittlung osteuropäischer Literaturen ein und wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2019 mit dem Kleist-Preis.

Thomas Sparr war nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie in Hamburg, Marburg und Paris von 1986 bis 1989 an der Hebräischen Universität in Jerusalem und am dortigen Leo Baeck Institut tätig. Von 1990 bis 1998 leitete er den Jüdischen Ver- lag, später war er Cheflektor des Siedler Verlags. Er lebt heute in Berlin und arbeitet als Editor-at-Large für den Suhrkamp Verlag. Seine Publikation «Grunewald im Orient. Das deutsch-jüdische Je- rusalem» (2018) ist wie «Hotel Budapest, Berlin …» (2021) im Beren- berg Verlag erschienen und wurde ebenfalls bei Omanut vorgestellt.

Heidy Zimmermann studierte nach einer Ausbildung als Flötistin Musikwissenschaft, Germanistik und Judaistik in Basel, Luzern und Jerusalem. Von 1995 bis 2002 war sie Assistentin an der Uni- versität Basel und nahm Lehraufträge an den Universitäten Bern, München und Basel wahr. Seit 2002 ist sie wissenschaftliche Mit- arbeiterin und Kuratorin der Paul Sacher Stiftung in Basel.