Harmonisches Stimmengewirr

Die Stimme der israelischen Sängerin Michal Elia Kamal  ist bezaubernd – so wie die Geschichte der Entstehung des Ensembles „Light in Babylon“, dessen Name für Offenheit und Lebensfreude steht.  Nach einem Studium der Kunst und der Pädagogik in Tel Aviv machte sich Michal Elia Kamal, Tochter iranischer Juden, auf, die Welt zu erkunden. In Istanbul lernte sie den französischen Gitarristen Julien Demarque kennen; später kam noch der türkische Santur-Spieler Metehan Çiftçi dazu: Istanbul wurde ihr Zuhause und die Strassenmusik ihre Passion.

In der Türkei gebe es einen ähnlichen Konflikt zwischen Tradition und Moderne, zwischen Ost und West, wie in Israel, meint Kamal. Hier erlebe sie Familien, die sie an ihre eigene erinnern. Und sie lerne Musiker kennen, die ihren Traum teilen, Brücken zwischen den Kulturen zu bauen.

Längst spielt „Light of Babylon“ nicht mehr nur auf der Strasse, sondern tritt auf internationalen Festivals in ganz Europa auf und kooperiert mit anderen internationalen Künstlern. Der musikalische Horizont des Ensemles ist denn auch weit, breitet sich von den Bergen des Balkans zur Mittelmeerküste aus und reicht von türkischen Rhythmen und iranischen Musiktraditionen bis zu den aktuellen Dancefloor-Beats Tel Avivs. In seinen Liedern wird das Zerstörungspotenzial des babylonischen Stimmengewirrs harmonisch aufgehoben – eine Botschaft, die nicht nur in Istanbul gehört werden sollte.

 

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