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Chantal Akerman – Exil Cinema Eine Lecture Performance von Tine Rahel Völcker mit anschliessender Filmvorführung von «No Home Movie» (2015)

Kino Xenix,
Kanzleistrasse 52,
8004 Zürich
CHF 18.-/14.- (für Omanutmitglieder) je für Vortrag (inkl. Apéro) und Filmvorführung

Tickets können online über www.xenix.ch reserviert werden.

Chantal Akerman war wohl eine der ungewöhnlichsten Filmemacherinnen ihrer Zeit. Nicht zuletzt, weil sie als Frau den Kamerablick radikal veränderte und weil sie als Tochter polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in den westlichen Metropolen keine Heimat, sondern ein permanentes Provisorium sah. Wie sich die Vergangen-heit und die Skepsis gegenüber der Zukunft in ihren Filmen spiegelt, zeigt die Berliner Autorin Tine Rahel Völcker anhand Chantal Akermans Kurzfilm-Debüt «Saute ma ville» (1968) und Ausschnitten aus Akermans Israel-Film «Là-Bas» (2006). Sie liest aus ihrem 2020 erschienenen Buch «Chantal Akermans Verschwinden» und lädt ein, ihr auf eine Reise nach Polen und in den faszinierenden Kosmos der Filme Akermans zu folgen.

Anschliessend wird Chantal Akermans letzter Film «No Home Movie» aus dem Jahre 2015 gezeigt, der damals im Wettbewerb von Locarno präsentiert wurde. Über dieses Werk schreibt Tine Rahel Völcker in ihrem berührenden Tagebuch einer Reise nach Tarnów, dem Geburtsort der Mutter der Filmemacherin: «Er zeigt in den Abgrund eines Lebens, einer versehrten, kranken Liebe […], in die Geschichte Chantal Akermans und ihrer Mutter, es ist schwer zu ertragen, was der Film in der Untiefe des eigenen Leibes auslöst». Der Schweizer Filmkritiker Michael Sennhauser formulierte es nach der Filmpremiere so: «No Home Movie verkündet der Titel. Und die Bilder nehmen das ernst. Die wollen nicht gefallen» und seien ein «Angebot zur Eigenständigkeit».

Tine Rahel Völcker, 1979 in Berlin geboren, arbeitete nach ihrem Studium an der Universität der Künste Berlin an Häusern wie dem Maxim Gorki Theater, dem Nationaltheater Weimar und dem Düsseldorfer Schauspielhaus. Sie ist Autorin von Theaterstücken, Hörspielen sowie Essays, die häufig die Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen thematisieren. Seit 2022 gibt sie Workshops zu autobiografischem und dramatischem Schreiben und 2020 erschien ihr Buch «Chantal Akermans Verschwinden» bei Spector Books. Tine Rahel Völcker lebt in Berlin.

Diese Veranstaltung ist eine Zusammenarbeit zwischen Omanut und dem Kino Xenix.