Paul Celans Bukowina – Reise in eine vergangene Welt

Sonntag, 6. September 2020 11.00 – 18.00 Uhr

Gemeinschaftszentrum Hottingen
Gemeindestrasse 54
8032 Zürich

Tageskarte inkl. Imbiss/exkl. Eintritt Kunsthaus: 50-/40.- für Omanutmitglieder.
Einzelveranstaltung: 20.-/15.- für Omanutmitglieder
Reservationen unbedingt erforderlich: omanut@omanut.ch oder 044 915 63 28

11.00-12.15 Uhr
AUCH ANREDEN IST BERÜHREN: PAUL CELAN & ILANA SHMUELI
Szenische Lesung mit Graziella Rossi und Helmut Vogel

Nach Jahrzehnten der Trennung haben sich der berühmt gewordene Dichter und die seit 1944 in Israel lebende Ilana Shmueli im Jahre 1965 in Paris wieder gesehen. Die unerwartete Begegnung endete nach nächtelangen Gesprächen mit Ilana Shmuelis Versprechen: «Ich will Dir Jerusalem zeigen.» Mit Celans Reise im Oktober 1969 nach Israel beginnt eine 130 Briefe umfassende Korrespondenz, ein einzigartiges Dokument des Vertrauens und der Liebe: «Du weisst, was meine Gedichte sind – lies sie, das spüre ich dann», heisst es in seinem letzten Brief an sie vom 12. April 1970. Paul Celan nimmt sich Ende April 1970 in Paris das Leben. Ilana Shmueli stirbt 2011 in Jerusalem.

12.30-13.00 Uhr
JIDDISCH – POLNISCH – DEUTSCH – HEBRÄISCH
Ausführungen von Martin Dreyfus zur Literaturlandschaft Bukowina
Wenn die Rede auf die Bukowina – eine Landschaft in der Bücher und Menschen wohn(t)en – kommt, erscheinen vor dem inneren Auge unwillkürlich die aus Czernowitz stammenden und bekannt gewordenen Lyriker Paul Celan oder Rose Ausländer. Zum Auftakt soll eine knappe Einführung an einige weniger bekannte Czernowitzer Dichter erinnern, die aus der Bukowina eine einmalige literarisch-sprachliche Landschaft zwischen «Fadensonnen» und «Gras und Omega» gestaltet haben.

13.00-14.30 Uhr
EIN ESSEN REDEN: SALZ, PFEFFER, PETERSILIE UND MEHR
Sarah Hasenfratz stellt ihr Kochbuch vor und serviert Köstlichkeiten aus der Bukowina «Die Küche meiner Mutter glich der vieler Juden in der Bukowina, Grenzraum zwischen Mittel-, Südost- und Osteuropa. Ein Teil der Welt, der für mich der Mittelpunkt des Erdenkreises war. Es war eine simple, einfache und bodenständige Küche, eine jiddische Küche, mit allen Einschränkungen des koscheren Kochens mit rumänisch-österreich-ungarischem Einfluss.»

14.30-15.45 Uhr
«…EIN GEHEN ÜBER DIE GRENZEN, DIE SIE UNS ZIEHEN…». EINE MEDITATION ÜBER PAUL CELAN Michael Hanemann liest Gedichte und Übersetzungen von Paul Celan. Musikalische Begleitung: Sarah Cohen (Cello)

Die Verbindung von Musik mit Celans vielschichtigem Werk und Leben – «Meine Gedichte sind mein Leben» – schafft Raum zum Innezuhalten und lässt Bilder wie «feingespannte Segel» entstehen. Thematisiert wird auch Celans Entscheidung, am Deutschen festzuhalten, der «Sprache Mörder», der Einfluss seiner Mutter auf sein Denken, sein Verhältnis zur Natur, zum Eros, zum Tod und zur Religion.

16.00.-16.30 Uhr
Kurze Einleitung zu Leben und Werk des Czernowitzer Architekten Friedrich Kiesler von Karen Roth mit anschliessendem Spaziergang zum Kunsthaus

17.00-18-00 Uhr
Führung der Kuratorin Cathérine Hug durch die Kunsthaus-Ausstellung «Schall und Rauch» mit Fokus