Not All Who Wander Are Lost

«je vous propose Omanut” mit Werken von
Michael Günzburger, Uriel Orlow und Nives Widauer

jevouspropose, Molkenstrasse 21 (Helvetiaplatz), 8004 Zürich

Sprechen wir von Heimat, verwenden wir oft den Begriff der Verwurzelung. Doch auch Wurzeln sind nicht statisch; auf der Suche nach Nahrung bewegen sie sich fort. Migration ist für gewisse Organismen wie Pilze gar lebensnotwendig. Menschen haben vieles mit Pflanzen gemein. Mehr als das: Unser Dasein ist von ihnen abhängig! Die Überlebensstrategien pflanzlicher Lebewesen sind durchaus mit den unsrigen verwandt. Visuell und inhaltlich bietet die Metapher der Pflanze und insbesondere der Wurzel ein dankbares Feld. Auch im Schaffen von Michael Günzburger, Uriel Orlow und Nives Widauer sind Pflanzen und ihre Eigenschaften wiederholt präsent. Für die Ausstellung bei jevouspropose setzten sich die drei Künstler mit Wurzeln auseinander. In ihren Arbeiten werden gängige Zuweisungen aufgebrochen und das komplexe Thema im dialogischen Miteinander neu verhandelt.

Michael Günzburger (*1974), lebt in Zürich. Die Produktion von Zeichnungen, Drucken und Performances mit all ihren Materialien und Rechercheformaten ist das Rückgrat seiner Arbeit. Er pflegt eine ausgiebige Ausstellungs-, Publikations-, Präsentations- und Atelierpraxis und das Erarbeitete wurde seit 2001 in Galerien, Museen, Kunsträumen und öffentlichen Plätzen gezeigt und rezipiert sowie mehrfach ausgezeichnet. Seit 2012 erschienen mehrere Publikationen, u.a.  «Contact» (2018) – Ein Künstlerbuch in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Lukas Bärfuss und der Buchgestalterin Kripin Heé (Edition Patrick Frey). An der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) ist er in der Forschung über die Dokumentation künstlerisch-technischer Prozesse im Druck sowie an der Doktoratsgruppe für die Künste um Florian Dombois und der Kunstuniversität Linz tätig.

Uriel Orlow (* 1973) arbeitet forschungs- und prozessorientiert sowie multidisziplinär. Er ist bekannt für Filmarbeiten, Lecture Performances und modulare, multimediale Installationen, die sich auf bestimmte Orte und Mikrogeschichten konzentrieren und unterschiedliche Bildregime und Erzählweisen in Einklang bringen. Seine Arbeit beschäftigt sich mit Rückständen des Kolonialismus, räumlichen Manifestationen der Erinnerung und blinden Flecken der Repräsentation. Orlows Arbeiten wurden auf internationalen Ausstellungen wie der Biennale von Venedig, der Manifesta, der Sharjah Biennale, der Moskauer Biennale aber auch im Kunsthaus Zürich, Castello di Rivoli Turin, Palais de Tokyo Paris und der Whitechapel Gallery in London präsentiert. 1997 erhielt er den Omanut Förderpreis. Er lebt in Lissabon und London.

Nives Widauer (*1965) lebt und arbeitet in Wien. Ihr singulärer künstlerischer Kosmos, in dem sich Leben und Kunst und oft an der Schnittstelle zwischen Digitalem und Analogem osmotisch verbinden, durchbricht die Gattungsgrenzen zwischen Videokunst, Installation, Fotografie, Malerei und Skulptur. Sie interessiert sich für Schichten und Geschichte(n) und arbeitet zurzeit u.a. mit den NY Philharmonic an einem Archivprojekt. Ihre letzten Ausstellungen waren u.a. im Centre Culturel Suisse Paris, Palazzo dei Diamanti Ferrara, Museum Belvedere Wien, Kunsthistorisches Museum Wien, Museum Lentos Linz, Kunsthaus Zürich und Kunstmuseum Olten. 2016 war sie zu Gast bei Omanut und hat im Museum Rietberg ihr Kunst- und Kommunikationsprojekt «Pomeglobe» vorgestellt. 

Vernissage: 30. September ab 18 Uhr in Anwesenheit der Künstler und der Künstlerin. Anmeldung unbedingt erforderlich unter omanut@omanut.ch /044 915 68 63. Öffnungszeiten: Mi & Do jeweils 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung.