Omanut. Verein zur Förderung jüdischer Kunst in der Schweiz.

 


Sonntag 7. April 2018, 17.00 Uhr

„Dürfen wir eintreten, Mario Erdheim?“

Psychoanaltysches Seminar, Quellenstrasse 25, 8005 Zürich

 

Der Psychoanalytiker Mario Erdheim diskutiert mit seinem Kollegen Roni Weissberg über Ethnopsychoanalyse und Trauma. Der Ort der Veranstaltung, das Psychoanalytische Seminar
Zürich (PSZ) an der Quellenstrasse 25 in 8005 Zürich (Innenhof), hat bei der Entwicklung der Ethnopsychoanalyse in Zürich eine wichtige Rolle gespielt, was neben dem Aufzeigen des Zusammenhangs von Trauma, Biographie und Geschichte ebenfalls zur Sprache kommen wird.
Ein Apéro rundet die Veranstaltung ab.

 

Traumatische Erfahrungen sind elementarer Teil der Subjektwerdung; zugleich sind sie ein zentraler Teil historischer Prozesse, die auch von Gewalt und Kriegen geprägt sind. Lange wurde solchen Erfahrungen wenig Beachtung geschenkt, bis der Eichmann-Prozess 1961 das Thema auch für eine nicht betroffene Allgemeinheit zugänglich machte. Mit der Folge, dass von da an unangenehme Erlebnisse inflationär als traumatisch kategorisiert wurden. Über dieses Problem, das schon damals Psychoanalytiker aufhorchen liess, wollen Mario Erdheim und Roni Weissberg sprechen. Traumata betrachten sie als radikale Erfahrungen - doch worin besteht diese Radikalität? Wie wirken sie sich in unserer Biographie, wie in der Geschichte aus? Welche Möglichkeiten bieten Kulturen an, mit Traumata umzugehen? Welche Bedeutung haben sie in der Politik? Das Publikum ist herzlich eingeladen, über diese Fragen mitzudiskutieren.

 

Mario Erdheim, 1940 in Quito geboren, studierte Ethnologie, Geschichte und Psychologie in Wien, Basel und Madrid. Nach Lehraufträgen an der Universität Zürich und Gastprofessuren in Mexico-City, Frankfurt und Wien habilitierte er 1984 an der Universität Frankfurt. Er ist seit 1975 als Psychoanalytiker in Zürich tätig. Sein Forschungsschwerpunkt ist die gesellschaftliche Bedingtheit des Unbewussten und die Rolle des Unbewussten in der Kultur.

 

Roni Weissberg, geboren 1954 in Zürich, studierte klinische Sozialarbeit in Jerusalem und Ethnologie und Psychologie an der Universität Zürich, wo er als Assistent für Ethnopsychoanalyse tätig war. Seit 1987 Psychoanalytiker und Supervisor in eigener Praxis. Publikationen zu klinischen Fragen, zu Trauma, Sprache und Körper.

 

 

 

„Dürfen wir hereinkommen?" ist eine Gesprächsreihe von OMANUT. An verschiedenen Orten sprechen wir in loser Abfolge mit Persönlichkeiten über ihr Leben und ihr Engagement für Kunst und Kultur.

 

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