Omanut. Verein zur Förderung jüdischer Kunst in der Schweiz.

 


Montag, 2. Juli 2018, 18.15 Uhr

Daheim im Kaffeehaus
Der Menschenfreund und Autor Hermann Kesten ins Licht gerückt

 

Zentralbibliothek Zürich, Lesesaal Handschriften, Altbau, 2. Stock

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Heute sind es vor allem Literaturwissen-schaftler und Exilforscher, denen der Name Hermann Kesten (1900-1996) etwas bedeutet. Umso erfreulicher, dass der Basler Germanist Albert M. Debrunner sich des Autors angenommen hat, den er in jungen Jahren in der Basler Charmille kennenlernte. Im Nimbus Verlag hat er nach seiner äusserst fundiert und  spannend geschriebenen Biographie „Zu Hause im 20. Jahrhundert" nun auch Kestens  Roman „Die fremden Göttern" neu herausgebracht. Das erstmals 1949 im Exilverlag Querido in Amsterdam erschienene Werk wurde kaum zur Kenntnis genommen, was auf die Tragik des Autors Hermann Kesten hinweist, der, wie so viele

seiner ins Exil gezwungenen Schriftstellerkol-legen, nicht an seine Erfolge der Vorkriegs-zeit anschliessen konnte.  Während seine Verdienste als Retter unzähliger Verfolgter unbestritten sind, steht eine Wiederent-deckung seines umfangreichen Werkes und die Würdigung des Moralisten und Chronisten Kesten noch aus.

 

Nach einer Führung mit Dokumenten aus der Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegsjahre mit Chris Bünter wird Albert M. Debrunner in einem Vortrag sein reiches Wissen über das Leben, Wirken und Werk Hermann Kestens mit einem Schwerpunkt auf dessen freiwilliges Engagement für das Emergency Rescue Committee in New York vermitteln.

 

Albert M. Debrunner, geboren 1964, lebt in Basel und arbeitet dort als Gymnasiallehrer. Er hat Englisch, Deutsch und Philosophie studiert und an der Universität Basel mit einer Arbeit über den Schweizer Aufklärer Johann Jakob Bodmer promoviert. Er ist Stiftungsrat der Basler Hebel-Stiftung und war von 2006 bis 2014 Präsident der Allgemeinen Lesegesellschaft. Während mehrerer Jahre bot er für das Literaturhaus Basel literarische Spaziergänge durch die Stadt an. Er ist Verfasser mehrerer Bücher, u.a. „Freunde, es war eine elende Zeit! René Schickele in der Schweiz 1915-1919" (2004), und zahlreicher Artikel zu literaturhistorischen Themen. Zurzeit arbeitet er an einer Briefanthologie der Schriftstellerin Annette Kolb.

 

Chris Bünter, geboren 1961 in Breganzona, besuchte die Kunstgewerbeschule Basel und studierte Kunstgeschichte und Polnische Philologie an der Univeristät Basel und der Uniwersytet Warszawsk; Austauschatelier in Montreal. Neben seiner Arbeit in der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich schreibt er Textbeiträge in Publikationen zur zeitgenössischen Kunst und ist künstlerisch tätig. Sein Werk umfasst Zeichnungen, Collagen, Textarbeiten, angewandte Kunst, Plastik, Installation, Druckgrafik und Multiple.

 

 

 

Anmeldung unter 044 915 63 28/

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Eine Zusammenarbeit von Omanut mit der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich.