Omanut. Verein zur Förderung jüdischer Kunst in der Schweiz.

 


Dienstag, 8. Juli 2014 um 19.30 Uhr

«Dürfen wir hereinkommen, Eric Bergkraut?»

Im Atelier von Eric Bergkraut, Regisseur und Produzent, Räffelstrasse 11, 8045 Züri

 

Ein Gespräch mit Filmemacher Eric Bergkraut über seine Filme, die engagiert und poetisch die Fülle und Abgründe menschlichen Seins beleuchten. Der Autor Peter Bichsel, die ermordete Journalistin Anna Politowskaja, der Natur-Koch Stefan Wiesner, der Abt von Disentis und der Putin-Kritiker Michail Chodorkowski sind Figuren aus Bergkrauts Filmkosmos. Moderiert wird das Gespräch mit ergänzenden Filmausschnitten von Karen Roth. Eintritt frei. Der Abend klingt mit Wein, Brot und Käse aus. 

 

Eric Bergkraut will mit seinen Filmen Geschichten erzählen. Er sucht diese am Rand unserer Gesellschaft, dort wo niemand hinsehen will, weil es weh tut oder weil es anstrengend ist. Auch sein melancholisches Porträt des Schriftstellers Peter Bichsel erzählt nicht vom Gelingen eines Lebens, sondern vom Versuch, sich darin einzurichten. In Bergkrauts Filmen schwingt immer als Urerlebnis das Schicksal seines jüdischen Vaters mit, dem von Wien die Flucht in die Schweiz in letzter Minute gelang. Nicht zu vergessen, dass es jeden treffen kann und dass die Schwächeren ein Anrecht auf den Schutz der Stärkeren haben, ist ihm ein wichtiges Anliegen, das seinen Filmen zugrunde liegt. Seine Arbeit, die er als eine Mischung aus Ernsthaftigkeit und Spiel bezeichnet, hat ihm viele internationale Preise eingebracht.

Geboren 1957 in Paris siedelte Eric Bergkraut 1961 in die Schweiz über. Er absolvierte von 1977 bis 1980 die Schauspielakademie Zürich, der viele Theater-, Film- und Fernsehengagements folgten. Ab 1988 schrieb er Reportagen für die Wochenendbeilage der NZZ und ab 1991 war er freier Mitarbeiter des Schweizer Fernsehens. Ab 1992 begann Bergkraut Dokumentarfilme zu drehen, u.a. COCA, DIE TAUBE AUS TSCHETSCHENIEN (2005); AGOTA KRISTOF, 9 JAHRE SPÄTER (2006); DER HEXER AUS DEM ENTLEBUCH (2006); LETTER TO ANNA (2008); ZIMMER 202. Peter Bichsel in Paris (2010); SERVICE INBEGRIFFEN (2013). 2007 gründete er mit seiner Lebenspartnerin Ruth Schweikert, mit der er drei Söhne hat, die p.s. 72 productions GmbH und seit 2008 ist er Stiftungsrats-Mitglied der Georges und Jenny Bloch-Stiftung.

Der Abend mit Eric Bergkraut bietet die die einmalige und exklusive Gelegenheit, Ausschnitte aus den Dreharbeiten zu seinem aktuellen Film mit und über Michail Chodorkowski zu sehen, der von den unwirtlichen Weite Kareliens bis in die Schweiz führt.

 

 

 

 

Die Räffelstrasse 11 ist 5 Minuten vom Bahnhof Zürich Binz entfernt, der in wenigen Minuten mit der S10 vom Hauptbahnhof aus erreichbar ist. Einfach von der Uetlibergstrasse links in die Binzstrasse einbiegen und dann die erste Strasse nach rechts nehmen. Es sind auch Parkplätze vorhanden. Die Räffelstrasse 11 ist ein mehrstöckiges Haus, bei dem wir sie an der Türe in Empfang nehmen werden.


 

 

Anmeldung unter 044 915 28 63 oder per Mail omanut@omanut.ch.

 

 

 

«Dürfen wir hereinkommen,...........?» ist eine Gesprächsreihe von OMANUT. An verschiedenen Orten sprechen wir in loser Abfolge mit Persönlichkeiten über ihr Leben und ihr Engagement für Kunst und Kultur.