Die NS-Verbrechen und ihre Folgen für Europa

 

Drei international prominente Gäste aus dem Literatur- und Filmbereich – der Zürcher Autor Lukas Bärfuss, der Wiener Dichter Robert Menasse und der Berliner Filmemacher Romuald Karmakar – diskutieren über das Fortwirken der Geschichte.

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges drängt sich die brisante Frage auf, wie heute und in Zukunft an die Verbrechen der NS-Zeit erinnert werden kann. Mit dem Verlust der Zeitzeugen und ihrer wertvollen Berichte werden andere Formen der Überlieferung umso wichtiger. Wie könnten diese Überlieferungen aussehen, worin liegen Schwierigkeiten aber auch Möglichkeiten? Und wie geht man mit dieser Thematik in einem Land wie der Schweiz um, die aus historischen Gründen eine gewisse Distanz zu den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges pflegt und dies, obschon auch dieses Land – wie im Bergier-Bericht nachgewiesen – unstrittig eine Mitverantwortung trägt?

Lukas Bärfuss, Robert Menasse und Romuald Karmakar befragen in ihrem jeweiligen Werk, wie sich die Ignoranz gegenüber der Geschichte oder zumindest deren Tabuisierung auswirkt, und wie Unschuld und Lebenswille von Menschen, die bei historischen Schauplätzen der Vernichtung wohnen, zum Ausdruck kommen. Welche Möglichkeiten gibt es, den grossen Raum offen zu halten, damit nicht jedes Wort der Betroffenheit eine unfreiwillige Banalisierung darstellen würde? Ist es nicht so, dass man heute und in Zukunft nicht mehr anders an diese Geschichte, die allen Europäerinnen und Europäern gemeinsam ist und den Gründungsmythos des Europäischen Friedensprojekt symbolisiert, herangehen kann, denn als Zeitgenosse, oder besser gesagt: als zeitgenössischer Archäologe? Über solche und ähnliche Fragen wird an diesem Abend diskutiert. 

 

 

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